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Ein Quidditch-Spiel
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  • Samuel Cartelli
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Alles, was du über Quadball (Quidditch) wissen musst

Quadball ist dir vielleicht kein Begriff, aber von Quidditch hast du vermutlich schonmal gehört. Den Sport aus den Harry Potter-Romanen gibt es inzwischen seit 20 Jahren auch in der realen Welt. Hier erfährst du wie es dazu kam, warum der Sport inzwischen Quadball heißt, und was du wissen musst, um selbst an einer Partie teilzunehmen.

Von Hogwarts an echte Unis – Die Geschichte des Quadball

Nach dem durchschlagenden Erfolg J.K. Rowlings Romanreihe und der dazugehörigen Filme, fand Quadball 2005 seinen Weg in die reale Welt. Die Studenten Xander Manshel und Alex Benepe trafen sich ursprünglich zum Boccia, eines Nachmittags hatte Xander jedoch andere Pläne. Alex war zunächst skeptisch, überzeugte anschließend seine Kommilitonen:innen, bei einer Partie Quadball mitzumachen. Innerhalb eines Jahres entwickelte sich eine immer größere Fangemeinde, zwei Jahre später trafen sich bereits 300 Menschen zu einer Partie Quadball.

Mittlerweile war Alex der alleinige Organisator des Sports, allerdings mit Erfolg: Er organisierte die erste “Weltmeisterschaft” an der nur Teams seines Middlebury Colleges und ein Team aus Poughkeepsie, New York teilnahmen. Mehrere große Zeitungen schrieben infolgedessen über das Besenspiel, sodass 2009 bereits 22 Teams am Turnier teilnehmen konnten.

Seitdem ist die Verbreitung von Quadball in den USA kaum noch aufzuhalten. Vor allem an Colleges wird das Besenspiel immer beliebter. Da kommt es nicht überraschend, dass der Sport auch international bekannt wird – Harry Potter kennt schließlich fast jeder. Daher rührt auch einer der großen Vorteile in der Ausweitung des Bekanntheitsgrades: selbst wenn kaum jemand den Sport praktizierte, ungefähr jeder hatte zumindest schon davon gehört.

Nach und nach fanden neue Regeln ihren Platz, wie zum Beispiel der Übergang von echten Besen zu PVC-Rohren. 2012 fand mit den Quidditch Summer Games die erste Veranstaltung statt, die ansatzweise vergleichbar mit einer Weltmeisterschaft war. In Oxford spielten fünf Nationalmannschaften um den Titel. Professioneller wurde der Sport anschließend durch die (Neu-) Gründung der International Quadball Association, die mittlerweile 42 Nationalverbände umfasst.

Zu Beginn stand Harry Potter noch klar im Vordergrund und der Sport brauchte tatsächlich ein paar Jahre, um diesem Ruf etwas zu entkommen. Im Juli 2022 wurde schließlich die Umbenennung des Sports in Quadball beschlossen. Unter anderem aufgrund transfeindlicher Äußerungen J.K. Rowlings, die im starken Widerspruch zur inklusiven Struktur des Sports stehen.

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Quadball in Deutschland

Deutschland war eins der ersten europäischen Länder, das nach dem Aufkommen des Sports in den USA auf den Besen stieg. Somit werden hier bereits seit 2016 Deutsche Meisterschaften ausgetragen. Zu Beginn nahmen lediglich sechs Teams teil, inzwischen gibt es 34 aktive Vereine.

Das Ligasystem ist in mehrere Bereiche der Bundesrepublik untergliedert. Insgesamt gibt es fünf Ligen, die sich in ihrer Vereinsanzahl und folgerichtig in der Anzahl der Spiele unterscheiden. Die NRW Liga stellt mit neun Vereinen die größte Liga, in der Rhein-Main-Liga sind es sechs Teams.

Jährlich finden außerdem der Deutsche Quadball-Pokal (DQP) und die deutsche Quadball-Meisterschaft (DQM) statt. Diese nationalen Tuniere legen fest, welche deutschen Teams bei der European Quadball Championship antreten dürfen. Im Juni steht mit dem DQP das nächste Mal das größte nationale Turnier an, bei dem 26 Teams in Jena um den Titel kämpfen, welcher letztes Jahr an die Braunschweig Broomicorns ging.

Deutschland ist auch in der Quadball WM und EM stark vertreten. 2023 erkämpfte das deutsche Quadball-Nationalteam den Vize-WM Titel in Richmond, Virginia. Außerdem ist Deutschland amtierender Europameister in Quadball.

Wenn du dich für den Sport interessierst und darüber nachdenkst, einem der Vereine beizutreten, findest du hier die einzelen Websites bzw. Facebookseiten der Clubs:

Regeln des Quadballs

Gerade, falls du kein Fan von Harry Potter bist, können die Quadball-Regeln und der Sport selbst etwas verwirrend aussehen. Aber auch als Potterhead beinhaltet die reale Adaption der Sportart viele Unterschiede zur magischen Welt. Diese erfährst du hier.

Positionen und ihre Besonderheiten

Quadball lässt sich wahrscheinlich am besten als Mischung aus Rugby, Handball sowie Völkerball beschreiben und spricht dadurch Mannschaftssportler:innen mit verschiedenen Vorerfahrungen an. Natürlich darf der Besen zwischen den Beinen dabei nicht vergessen werden. Es stehen sechs, bzw. sieben Spieler:innen pro Team auf dem Platz. Hierbei ist wichtig, dass pro Team maximal drei Personen auf dem Feld dem gleichen Geschlecht angehören dürfen.

Die einzelnen Akteur:innen sind in verschiedene “Positionen” aufgeteilt, die im Spiel unterschiedliche Aufgaben erfüllen. Folgende Positionen existieren:

  • Der/die Hüter:in lässt sich mit einem Torwart vergleichen, er/sie beschützt die Ringe des eigenen Teams. Er/sie spielen, im Gegensatz zum Fußball, auch im Angriff aktiv mit. Für den/die Hüter:in gelten einige Sonderregeln, welche die Position von den Jäger:innen differenziert.
  • Weiter existieren drei Jäger:innen. Diese sind dafür zuständig den Quaffel in die gegnerischen Ringe zu befördern. Viele Angriffe finden sehr schnell statt und im Gegensatz zum Fußball fällt im Quadball nahezu in jedem Angriff ein Tor.
  • Zwei Treiber:innen sind mit Klatschern ausgerüstet, die sie auf gegnerische Spieler:innen werfen. Werden diese getroffen, müssen sie ohne Besen zu den eigenen Ringen zurücklaufen. Sobald sie einen Ring berührt haben, dürfen die Spieler:innen wieder am Spiel teilnehmen.
  • Der/die Sucher:in ist nicht von Beginn an Teil des Spiels. Er/sie betritt das Spielfeld nach 20 Minuten. Die Aufgabe des/der Sucher:in ist es den Schnatz zu fangen. Anders als in Harry Potter wird das Spiel durch den Schnatzfang nicht automatisch beendet.
  • Der Schnatz ist ein/e unparteiische/r Spieler:in, dessen Aufagbe es ist, so lange wie möglich vor den Sucher:innen zu fliehen. Der Schnatz wird gefangen, indem man den Tennisball in einer Socke, der sich, hinten festgeklebt, am Hosenbund des Schnatzes befindet, löst.

Spielprinzip

Die Regeln im Quadball heben sich deutlich von denen anderer Sportarten ab und entwickeln sich stetig weiter. Das fängt bereits bei der Spielzeit an. Es gibt tatsächlich weder eine festgelegte Spielzeit wie z.B. im Fuß- oder Handball noch eine Punkt- bzw. Satzvorgabe wie unter anderem im Tennis oder Volleyball. Das Spiel endet, sobald der Schnatz von einer Mannschaft gefangen wurde. Sollte diese anschließend immer noch nicht mehr Punkte haben als das gegnerische Team, geht es in die Verlängerung. Die Partie endet nun, sobald ein Team die Punktvorgabe (30 Punkte mehr als das führende Team zu Beginn der Verlängerung) erreicht.

Die Punkteverteilung sieht dabei folgendermaßen aus: Ein Team bekommt zehn Punkte, sollte es den Quaffel durch einen gegnerischen Ring befördern. Mit dem Fangen des Schnatzes bekommt ein Team gleichzeitig 30 Punkte (ja 30, anders als die bei Harry Potter üblichen 150 Punkte). Der Quaffel darf während des Spiels mit allen Körperteilen berührt und fortbewegt werden.

Alle Spieler.innen müssen sich mit einem “Besen” zwischen den Beinen fortbewegen. Dieser Besen war zu Beginn ein echter Besen, wurde mittlerweile allerdings durch ein Plastikrohr ersetzt. Dieses muss sich immer zwischen den Beinen der Spieler:innen befinden, ob man es mit einer Hand festhält oder mit den Beinen einklemmt, ist egal. Die Spieler:innen dürfen nur “vom Besen steigen”, sollten sie von den Treiber:innen abgeworfen werden.

Zu Beginn einer Partie stehen beide Mannschaften auf der Spielfeldseite gegenüber der Mannschaftsbank, die Besen liegen vor ihnen. Sobald der/die Unparteiische das “Sticks Up!”-Signal gibt, stürmen die Spieler:innen auf ihren Besen zur Mittellinie, auf der sich der Quaffel und ein Klatscher befinden. Die anderen beiden Klatscher befinden sich in den jeweiligen Hälften der Teams.

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Strafen

Quadball ist eine Vollkontaktsportart, daher ist das Halten oder Tacklen von anderen Spieler:innen erlaubt. Allerdings hat die Spieler*innensicherheit oberste Priorität. Fouls können durch übertriebene Härte in den Zweikämpfen, Unsportlichkeiten und das Missachten von Regeln hervorgerufen werden. Die Sanktionen sind hierbei vom Härtegrad unterschiedlich:

  • Die mildeste Bestrafung besteht darin zurück zu den Torringen geschickt zu werden, das gleiche, das auch nach einem Treffer durch einen Klatscher geschieht.
  • Falls ein/e Spieler:in eine blaue Karte erhält, muss er/sie das Spielfeld für eine Minute, oder bis das gegnerische Team ein Tor erzielt, verlassen. Je nachdem, was schneller geschieht.
  • Eine gelbe Karte unterscheidet sich vom Strafmaß her nicht von der blauen Karte. Allerdings erfordern, anders als bei der blauen Karte, zwei gelbe Karten den Spielausschluss. Dieser ist aber nicht mit einer roten Karte gleichzusetzen. Ein/e neuer/e Spieler:in darf die ausgeschlossene Person direkt ersetzen.
  • Bei einer roten Karte ist ein direkter Spielausschluss die Folge. Anschließend muss das jeweilige Team zwei Minuten in Unterzahl spielen, erst dann darf die Mannschaft aufgefüllt werden.

Das Quadball-Feld

Das Spielfeld ist rechteckig und bietet eine Besonderheit, die ansonsten hauptsächlich aus dem Eishockey bekannt ist: Hinter dem Tor (bzw. hier hinter den Ringen) ist das Weiterspielen möglich. Von dort aus können ebenfalls Tore erzielt werden. Der Platz ist beim Quidditch insgesamt 66 m lang und 33 m breit.

11 m entfernt von der Mittellinie befindet sich die Keeper-Zone-Line. Innerhalb dieser darf der/die Hüter:in nicht angegriffen werden. Daneben existiert noch, 16,5 m von der Mittellinie entfernt, die Torlinie. Auf dieser befinden sich die Torringe. Die Ringe sind auf Stangen in einer Höhe von jeweils 0,91 m, 1,37 m und 1,83 m befestigt. Sie besitzen einen Durchmesser zwischen 81 und 86 cm. Weitere 13,5 m hinter der Torlinie endet das Spielfeld.

Ausrüstung

Um im Quadball zu glänzen, braucht es im Grunde nicht viel mehr als bei anderen Sportarten. Du brauchst einen Mundschutz, ein Trikot und eine Hose sowie Fußballschuhe. Eine Besonderheit existiert allerdings: Du benötigst ein Stirnband, nicht nur, weil es bei längeren Haaren zu besseren Sichtverhältnissen führt. Es zeigt die Position an. Der/die Hüter:in besitzt ein grünes Stirnband, die Jäger:innen ein weißes und die Treiber:innen ein schwarzes Stirnband. Das Stirnband des/der Sucher:in ist gelb.

Das größte Erkennungsmerkmal des Sports ist und bleibt aber der Besen!

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Bälle

Im Grunde gibt es zwei verschiedene Arten von Bällen. Der Quaffel ist für die drei Jäger:innen und den/die Hüter:in von Bedeutung, mit ihm können Tore erzielt werden. Dafür wird ein Volleyball verwendet.

Die andere Ballart ist der Klatscher. Dieser ähnelt einem Dodgeball Er sollte mindestens einen Umfang von etwa 63 cm betragen. Im Spiel gibt es davon drei.

Alle Regeln und Regularien des Quidditch findest du sehr ausführlich im offiziellen Regelwerk.

Quidditch wird zu Quadball

Am 19.07.2022 gab die International Quidditch Association (IQA) bekannt, dass der Sport global umbenannt wird. Der Grund dafür sind hauptsächlich die transfeindlichen Äußerungen J.K. Rowlings. Allerdings hat sich das Besenspiel ebenfalls als Ziel gesetzt, sich damit etwas der direkten Assoziierung mit Harry Potter zu entziehen. Der neue Name Quadball resultiert aus der Anzahl der Bälle und Positionen im Sport, abgeleitet von dem lateinischen Wort für "vier" und wurde von einem einberufenem Komitee beschlossen. Diese Bezeichnung wurde von Spieler:innen und der Bevölkerung gut aufgenommen. Inzwischen ist die Umbenennung zum größten Teil abgeschlossen, auch wenn einige Teams noch unter ihrem alten Namen spielen.



Quidditch, Sport-Wissen

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